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UNENDLICHE GESCHICHTE(N) - TEIL 1


Idee, Fotos & Text: Thomas Stelzmann

 

 
"Gibt es die Verbindung zwischen
Autor(in) und dem Werk?"


Wie ist sie wirklich, die Verbindung zwischen Autorin oder Autor zum eigenen Werk?
Dem Gedicht, dem Krimi oder dem Kinderbuch? Gibt es die überhaupt?

Können diese Leute sich vorstellen, was sie da schreiben, es gar nachfühlen...?

Ich wollte es wissen und bin zum Drängler geworden, zu einem fotografischen Drängler,
der die Schreibenden dazu gebracht hat, die  Distanz zu den eigenen Werken immer weiter
zu reduzieren.
Manchen schien ein kleiner Sicherheitsabstand wichtig zu sein, andere gaben ihn ganz
auf, wurden selbst zum Protagonisten oder lyrischen Ich.

Sie spielten und spürten die Rolle, die wir gemeinsam ausgesucht hatten.

Das Ergebnis war nicht vorhersehbar und hat auch mich überrascht.
Es sind keine Standardbilder geworden, wie man sie schon oft gesehen hat, sie sind
echt und nicht so einfach zu wiederholen.



 
"Ich werde weiter drängeln müssen."


In Düsseldorf gibt es viele Autorinnen und Autoren, die noch nicht Teil des Projektes
"Rollenspiele - Seid was Ihr schreibt!" geworden sind.
Ich werde also weiterdrängeln müssen...

Die Ausstellung von 32 Bildern fand 2013 im Heinrich-Heine-Institut Düsseldorf statt.





AGNES HAMMER

"Sie rutschte ein wenig weiter in den Raum,
der sich innen in ihrem Kopf befand.
Es war hell und still und sie hatte das Gefühl,
als sei sie dort zu Hause ... Sie starb."

("Nacht, komm!", Bindlach 2011)


ALEXANDER KONRAD

"Ich, denkt er da, die Anekdote,
der bestimmte Artikel ..."

("Die Realität der Welt am Beispiel", Erzählung.
In: sprachgebunden – Zeitschrift
für Text und Bild 1, 2005).






ANDREAS NIGGEMEIER

"Es war hell-gewaschen,
livide und sauber,
und wenn sie sein Inneres spürte und sich hingab,
war sie das Fließende, Stoßartige in diesem Herz."

("Hallo, schön, dass ihr endlich
da seid ...", Web, unveröffentlicht.)



BARBARA ZIMMERMANN

"„Meine Würstchen! Meine Kartoffeln! Meine Schrumpelschätzchen!“, weint der sechsjährige Julio. „Schätze? Schöne Schätze!“, schimpft die Mutter."

("Ihr schrumpeligen Schätzchen.
In: Maxi und Julio und ein paar
Krümel Glück, Essen 2009.)






 AXEL VON ERNST

"Wir redeten und tranken und wurden müde
und gingen jeder in ein anderes Bett.
Wobei ihr Bett das Bett und mein Bett der Fußboden war."

("Die Realität der Welt am Beispiel", Erzählung.
In: sprachgebunden – Zeitschrift
für Text und Bild 1, 2005).






 AYGEN-SIBEL ÇELIK

"Das Gesicht ein schwarzes Loch unter der fahlen Kapuze.
Nur die Spitze eines Ziegenbarts verriet ein lebendes
Wesen unter dem Gewand."

("DGeheimnisvolle Nachrichten", Kempen 2008)






CHARLOTTE MARLO WERNER

"Was schlicht und einfach war,
wurde nun "à la Silhouette" genannt."

("Goethes Herzogin Anna Amalia.
Fürstin zwischen Rokoko und
Revolution.", Düsseldorf 1996.)



DORIAN STEINHOFF

"Lante, immer noch Lante, Lante in Front,
Lante in Führung, es ist unglaublich,
Deutschland hat einen neuen Dieter Baumann."

("Echt schön, diese Lilien"
In: Das Licht der Flammen auf
unseren Gesichtern. Erzählungen.
Hamburg 2013, im Druck)







ELLINOR WOHLFEIL

"Meine Gedanken kreisen um das, was ich vorhabe.
Wird es klappen?
Werde ich heil drüben ankommen?"

("Verwässerte Zeugnisse",
Norderstedt 2007.)



FERDINAND SCHOLZ

"Tellerklappern und Geschirrklirren
Sind nur Tellerklappern und Geschirrklirren,
Sowieso haben Fahnen nie geklirrt."

("IDreieck in dem ich wohnte Düsseldorf."
In: Ocktavenmännchen Sissimo.
Düsseldorf 2006.)





FLORENCE HERVÈ

"In der Stadt, am Meer, in den Bergen oder in der Wüste:
Auf der Suche nach bewegten Menschen, die sich nicht fügen und den aufrechten Gang bewahren."

("Clara Zetkin oder: Dort kämpfen, wo das Leben ist.",
Berlin 2007; sowie:
"Frauen der Wüste", Berlin 2011)



FRANK SCHABLEWSKI

"Da und dort fallen Augen zu.
Bier steht zurzeit in Flaschen.
Das Pflaster ist nicht waagerecht.
Das Fell der Hunde hebt und senkt sich.
Sie sind im Schlaf angeleint."

("Stammbäume/Oberbilker Markt", Erzählungen,
In: "Lichtungen" 132/33, 2012)





GINA MAYER

"Er hatte die Vergangenheit vergraben, an einem fernen
Ort tief unter der Stadt. Und wenn später einmal sein
Enkel kommen und nachfragen würde, dann würde er
antworten: Das waren andere Zeiten. Das könnt ihr euch
gar nicht vorstellen, was wir damals durchgemacht haben, unter welchem Druck wir standen. Das kann ich mir selbst nicht mehr  vorstellen. Wenn ihr wüsstet, würde er sagen.."

("Das Maikäfermädchen", Berlin 2012)


HELGA LIPPELT

"Als die Zeit wieder atmete
und der Zug zum Stillstand kam, empfand Agnes ein ungläubiges Staunen darüber, dass sie nach all dem
immer noch am Leben war."

("Abschied von Popelken oder ein Atemzug der Zeit",
München 1994)






HORST ECKERT

"Dominik spürte, wie er nervös wurde.
Jetzt musste es schnell gehen."

("Schwarzer Schwan", Dortmund 2011)


INA-MARIA VON ETTINGSHAUSEN

"Sie ist alle Frauen im Weiblichkeitskreis zusammen
der sie seit Ewigkeiten überschwebt und zugleich Möglichkeit einer einzelnen Wandelgestalt..."

("Die sieben Sie-Spiegel der Innenfrau",
In: "Hera-Marias Tagebuchleben. Unterwegs zum eigenen Selbst. Eine epische Dichtung mit Fotos
und Collagen.", Düsseldorf 2011, München 1994)


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