TERMINE      KONTAKT     REFERENZEN
 
     
 

 

 
>> Fotostrecke
SOMMERFRAU: FERIDE MEHMETAJ

Fotos & Text: Thomas Stelzmann
Location: Düsseldorf-Friedrichstadt




 

 
"Warum muss es immer mindestens
der dritte Stock sein...?"


Es ist seltsam warm heute, irgendwie drückend.
Das Auto bin ich dann doch losgeworden, ein Wunder im Düsseldorfer
Stadtteil Friedrichstadt, "wohnen" hier doch scheinbar mehr Autos
als Menschen, eine lange Parkplatzsuche ist einem hier so gut wie
sicher.


Auch andere Dinge sind so gut wie sicher.
Zum Beispiel, dass beeindruckende Wohnungen niemals in der Parterre
liegen, wenn man in ihnen fotografieren will.

Das scheint ein Naturgesetz zu sein.

Ich schleppe die Kameraausrüstung samt Stativen hinauf in den dritten
Stock. Warum muss es immer mindestens der dritte Stock sein, wenn man
bepackt ist wie ein Esel!?

Vermutlich auch ein Gesetz.

Die Wohnung ist beeindruckend. Altbau. Hohe Decken, tiefe Türkassetten,
Holzboden. Ich kannte die Wohnung schon von Bildern, die ich bekommen
hatte, um mich etwas vorbereiten zu können.

Die Realität aber war die Belohnung für die Schlepperei:
Was für ein Licht!



Noch viel beeindruckender als die Wohnung aber ist Feride Mehmetaj.
Sie ist Journalistin und in der medizinischen Kommunikation tätig.

Und: Sie schreibt.
Das ist der eigentliche Grund für unser Treffen.
Ihr Buch heisst "Die Wintergedanken einer Sommerfrau" und hat noch kein
Cover. Das wollen wir heute ändern.


Der Marianne Leim Verlag, der Ferides Buch verlegt, hat uns Gestaltungs-
freiheit gegeben. Einzige Vorgabe: Am besten nur Hochformate. Logisch.

Oder ein Querformat, welches gleichermaßen üver Front- und Backcover gehen
würde.




  


 
"Ich werde nicht
gerne fotografiert."


"Bist Du schon mal fotografiert worden...?" fragte ich. Ich konnte
mir nicht vorstellen, dass ich der Erste sein sollte, der sich mit
Feride trifft, um sie zu fotografieren.

Denn Feride hat nicht "irgendein" Gesicht. Sie hat ein Gesicht, in
das man wirklich gerne schaut. Man muss sie einfach fotografieren.


"Ich werde nicht gerne fotografiert", meinte sie und drehte sich
grinsend weg. So war das also...


Fotografie hat viel mit Psychologie zu tun. Man muss ein Sensorium
haben für den Menschen vor der Kamera, muss herausfinden, wie er drauf
ist, was er mag und was nicht. Kennt man sich nicht von vorher, hat man
für diese Dinge nicht viel Zeit. Wenn Fotografie für denjenigen vor der
Kamera wie ein Zahnarztbesuch wird, kann nichts Gutes dabei herauskommen.
Man erträgt es, es ist hinterher besser als vorher, aber schön war es
ganz bestimmt nicht.



"... die Kamera trennt zwei Menschen ..."

Wenn jemand sagt, dass er nicht gern fotografiert werden wolle, bedeutet
das für den Fotografen eine Veränderung seines situativen Sprachschatzes.
Das Wort "Kamera" ist tabu, die Kamera trennt beim Fotografieren zwei
Menschen, und einer von beiden fühlt sich ihr ausgeliefert.

Ein "Sieh mal in die Kamera" ist da nicht förderlich.






Die meisten Bilder entstanden bei Tageslicht.
Natürlich.
Wer will denn schon diese Lichtstimmung plattblitzen?
Das Licht würde noch früh schwächer werden und Unterstützung brauchen.

Feride war überdies froh, dass wir keine Grinsebildchen machen wollten.
Ich kann dieses Kameralächeln ebenfalls nicht ausstehen und habe auch
nie verstanden, warum Menschen lächeln sollen, nur weil eine Kamera auf
sie gerichtet ist. Ich will den Menschen abbilden, und nicht irgendeine
Maske.






Wenige andere Bilder sind mit Blitz entstanden, als das Licht langsam
schwand. Die Türen waren reizvolle Hintergründe und vertrugen auch
härteres Licht.



Keine zwei Stunden später hatten wir, insbesondere Feride, es geschafft.
Welches Bild es nun auf´s Cover schaffen würde, musste der Verlag später
entscheiden. Wichtig war, dass es diese Bilder gibt, denn Bilder sind die
Essenz einer Begegnung.

Sie bleiben.










Mittlerweile tragen die Bäume keine Blätter mehr, und ich erinnere mich
gerne an diese Begegnung.

Es wird kühler im Rheinland.
Die Sommerfrau Feride Mehmetaj kann sich bald ihre Wintergedanken machen...








Feride Mehmetaj
"Wintergedanken einer Sommerfrau"
Marianne Leim Verlag
ISBN-Nr.: 978-3981591699

Dieses Buch kauft man nicht online,
sondern natürlich beim Buchhändler
um die Ecke...



<- zurück
 

 

 
     
 
IMPRESSUM