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HOCH HINAUS: DA IST WAS ...

Fotos & Text: Thomas Stelzmann
Location: Duisburg




 

 
"Früher wollten die mich nicht akzeptieren.
Heute müssen die Eintritt zahlen, um mich
sehen zu können."



Er macht es wieder.
Das mit der Schulter.
Oder mit dem Hals. Oder beidem.
Jedenfalls versinkt sein Kopf zwischen den Schultern.
Michael Hoch kauert, sucht Schutz, als ob er sie noch immer abwehren muss,
die Angriffe seiner Schulkameraden, damals, als er noch jung war.
Er hat es nicht leicht gehabt.





 
"Ich bin als Kind oft geärgert und gehänselt worden."


Er sagt nicht, wieso er oft Ziel von Feindseligkeiten war, und ich frage
nicht nach. Es geht mich nichts an.
Oft braucht es nur einen kleinen Auslöser, Kinder sind unerbittlich,
wenn es darum geht, jemanden auszugrenzen.






"Ich bin kein Punk, ich gehöre keiner Szene an..."

Vielleicht war es das. Man braucht nicht immer etwas bestimmtes zu sein.
Kindern reicht es vollkommen, wenn man etwas nicht ist, um zu zeigen,
dass man nicht dazu gehört.

Das war schon damals so, als er feststellte, dass da etwas ist, was in ihm
schlummert, etwas, was nur herauskommen musste, wenn man ihm helfen würde.

Jemand anders zu sein als der, der immer nur ein Ziel war.
Das war es, und es hörte sich an wie ein Plan.





Der Besuch in einer Schauspielschule in Hamburg bestätigte: Ja, in dem damals
16jährigen gebürtigen Flensburger war etwas, was man fördern kann, und zwar nicht
wenig. Seine Eltern haben ihn damals dabei unterstützt, seinen Weg zu gehen, und
sie tun es noch immer.






Es hat sich gelohnt.
Das "Nordlicht" hat seit 11 Jahren sein eigenes Ensemble in Duisburg, wo Michael
auch wohnt. "Wolfs Reviertheater" heisst es.

Seit 1994 steht er auf der Bühne, hat seitdem in unzähligen Stücken gespielt und
auch Regie geführt.






Aber die Zeiten sind nicht rosig.
Seit bei den Zeitungsverlagen in Sachen "Scheinselbstständigkeit" die Panik
ausgebrochen ist und die Personaldecke mit der Präzision und Weitsicht einer
Motorsense zurechtstutzt wird, ist vieles schwieriger geworden.

Vierzehn Jahre hat Michael Hoch bei einem Düsseldorfer Anzeigenblatt gearbeitet
und wurde kurzerhand vor die Tür gesetzt.






Diesen Angriff konnte er nicht durch Hochziehen der Schulter abwehren, er
konnte ihn nur parieren, indem er sich ganz auf eigene Füße stellte.







Michael ist nachdenklich, aber zuversichtlich über seinen Neustart.
Es geht schließlich weiter, immer weiter. Vielleicht geht es ja noch hoch hinaus.
Denn schließlich ist da was....






-> wolfs-reviertheater.de




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